10 Jahre LLB Vorsorgestiftung

Die finanzielle Sicherheit im Alter, die uns heute so selbstverständlich scheint, ist geschichtlich gesehen eine sehr junge Sache. Bis tief ins 19. Jahrhundert hinein arbeiteten die Menschen ein Leben lang "bis zum Umfallen". Erst im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts feierte der Ruhestand in der Schweiz seinen breiten Durchbruch. Und damit auch in Liechtenstein.

Heute haben die meisten Arbeitnehmer in den beiden Ländern ihr grösstes Vermögen bei ihrer Pensionskasse deponiert. Das ist keine abstrakte Angelegenheit, sondern Geld, das jedem Einzelnen persönlich gehört. Unter dem Dach der Abteilung Berufliche Vorsorge gehören zur LLB-Gruppe drei Pensionskassen: die Personalvorsorgestiftung seit 1982, die ALVOSO LLB seit 2008 und die LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein, die 2015 ihr zehnjähriges Bestehen feiert.

Mit Dynamik hat sich die im Januar 2005 gegründete LLB Vorsorgestiftung zur zweitgrössten Sammelstiftung und zu einer starke Säule des Liechtensteiner Pensionskassenmarktes entwickelt. Zehn Jahre ist ein guter Grund, auf Erlebtes und Erstrebtes zurückzublicken und auf kommende Aufgaben zu schauen. Dazu haben wir Stiftungsratspräsident Eduard Zorc und Geschäftsführer Bruno Matt befragt.

"Wir behalten den Kompass in der Hand"

Eduard Zorc, war das nicht blauäugig, angesichts der Schwankungen der Finanzmärkte, der Demografie und des Wettbewerbs, 2005 eine Pensionskasse zu gründen?

Eduard Zorc:

Nein. Wir haben uns diesen Schritt gut überlegt. In der Wirtschaftswelt herrschten gute Voraussetzungen. Das weltwirtschaftliche Wachstum blieb 2005 mit fast 5 Prozent robust und für die LLB war es ein Glanzjahr.

Aber natürlich haben wir den Einstieg in den Pensionskassenmarkt sehr genau analysiert und abgewogen.

Wann war klar, dass sich die LLB Vorsorgestiftung zur Erfolgsgeschichte entwickelt?

Gleich im ersten Jahr. Zum einen waren wir und die LLB von unserem innovativen "Produkt" überzeugt. Zum anderen behielten und behalten wir den Kompass in der Hand, um immer wieder abzustecken, wo wir standen und wo wir stehen. Von den Szenarien, die wir vor der Gründung der Vorsorgestiftung durchgespielt hatten, bewahrheitete sich das optimistische.

Mittlerweile tragen wir die Verantwortung für die betriebliche Vorsorge von 4'187 Versicherten. Unser Marktanteil liegt zwischen 30 und 40 Prozent. Und wenn wir unsere Kunden fragen, was sie besonders an uns schätzen, kommt meistens als erste Antwort: das gute Preis-Leistungsverhältnis.

Liechtenstein hat mit dem Gesetz über die betriebliche Personalvorsorge 1989 das berufliches Vorsorgesystem der Schweiz übernommen. 2017 kommt die Reform.

Die sogenannte zweite Säule bewährt sich, die Menschen vertrauen darauf. Die Grundlagen sind jedoch immer noch nahezu dieselben wie vor bald dreissig Jahren. Die liechtensteinische Regierung hat Anfang März 2015 die Reform der beruflichen Vorsorge in die Vernehmlassung gegeben. Die Vorlage soll, zusammen mit der AHV-Revision, bereits in 21 Monaten in Kraft treten.

Die Senkung des Eintrittsalters auf 20 Jahre und eine deutliche Erhöhung der Sparbeiträge werden das Rentenniveau heben. Damit will Liechtenstein den Herausforderungen der nächsten Jahre begegnen.

Wenn die Baby-Boom-Generation in Rente geht?

Dieser Generation steht eine zahlenmässig schwächer besetzte Jugendgeneration gegenüber. Und je älter die Baby-Boomer werden, desto mehr werden die vielen, die den Wohlstand miterarbeitet haben, zur Herausforderung für die Sicherung der Altersvorsorge.

Hinzu kommen die seit Jahren extrem tiefen Zinsen. Es gilt den Spagat zu schaffen: Einerseits steht bei Vorsorgegeldern eine auf Sicherheit abgestellte Anlagepolitik im Zentrum. Wenn das aber auf Kosten der Rendite geht, wird der Sicherheitsgedanke selbst zum Risiko. Es ist nun einmal so: Je attraktiver die Verzinsung des Alterskapitals ausfällt, desto mehr Vermögen steht für die Rente zur Verfügung.

Die Erfolgsgeschichte geht weiter

Bruno Matt, was hat sich die LLB vor zehn Jahren von der Gründung einer Pensionskasse versprochen?

Bruno Matt: Uns war aufgefallen, dass es bei der Ausarbeitung von Finanzplanungen für Kunden immer wieder um die berufliche Vorsorge ging. Wir wollten eine innovative Lösung anbieten. Im Rückblick auf zehn Jahre erweist sich die Gründung der LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein als wichtiger Baustein der ganzheitlichen Beratung der LLB von kleinen und mittleren Unternehmen. Zudem ist die Vorsorgestiftung ein wichtiges Vermögensverwaltungsmandat.

Wie kam die LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein auf die zwei Anlagemodelle "Konservativ" und "Dynamisch"?

Auf die Idee, zwei Anlagemodelle anzubieten, hat uns ein grosser Kunde gebracht. Seitdem sind wir die einzige Pensionskasse in Liechtenstein und gehören zu ganz wenigen überhaupt, die Kunden zwischen einer dynamischeren und einer konservativen Strategie wählen lassen.

Was heisst bei der LLB Vorsorgestiftung "guter Service"?

Wir sind nah bei unseren Kunden: am Telefon schnell zu erreichen oder direkt in den Betrieben. Wir laden die Versicherten zu Informationsveranstaltungen ein. Schliesslich interessiert es jeden, welche Leistungen er bekommt, wenn er pensioniert wird, oder auch bei Invalidität. Eventuell wollen Mitarbeiter auch wissen: Was kann ich tun, um meine spätere Rente zu erhöhen? Bis zu einem gewissen Grad kann jeder Versicherte manches noch selbst beeinflussen. Er oder sie kann Einmalzahlungen an die betriebliche Pensionskasse leisten und / oder freiwillig eine höhere Prämie zahlen.

Und wie verlief das Geschäftsjahr 2014?

Es war ein sehr gutes Jahr. Mit der erfreulichen Entwicklung der Aktienmärkte stieg das Vorsorgekapital auf 480 Mio. Franken. Wir konnten die Altersguthaben der Versicherten bei der Strategie "Konservativ" mit 3 und bei der Strategie "Dynamisch" mit 3.5 Prozent verzinsen. Damit liegt unsere Verzinsung mit am höchsten in Liechtenstein. Unsere Anlageerträge betrugen 6.8 Prozent, womit wir in der Lage waren, 17.5 Mio. Franken an Wertschwankungsreserven an die angeschlossenen Unternehmen auszuschütten.

LLB Vorsorgestiftung

  • Gegründet: 2005
  • Bilanzsumme: CHF 480 Mio.
  • Versicherte: 4‘187
  • Angeschlossene Betriebe: 341
  • Deckungsgrad: 106.1 Prozent
  • Rentenumwandlungssatz: 6.9 Prozent 2014, 6.8 Prozent ab 2015

    (Stand: 31. Dezember 2014)